Rundblick-Unna » Stark betrunken gegen parkenden Pkw geprallt – Frau (55) fuhr in Schlangenlinien und wirkte verwirrt

Stark betrunken gegen parkenden Pkw geprallt – Frau (55) fuhr in Schlangenlinien und wirkte verwirrt

In der deutlichen Mehrzahl sind Verkehrssünder männlich. In diesem Fall war´s mal anders. In Holzwickede ist gestern Abend eine 55jährige Autofahrerin alkoholisiert gegen einen parkenden Pkw gekracht.

Die Polizei schreibt, dass die Frau auf der Hauptstraße in Höhe des Hauses Nr. 64 von der Fahrbahn abkam, mit ihrem Pkw gegen den Bordstein knallte und sodann gegen einen Wagen, der am Straßenrand stand. „Bei der Unfallaufnahme wurde festgestellt, dass sie alkoholische Getränke zu sich genommen hatte“, notiert die Polizei nüchtern in ihrem Unfallbericht. Eine Blutprobe war fällig. Sachschaden: 8000 Euro.

Update 18.30 Uhr: Zeugen haben sich gemeldet.

Eine 43jährige Zeugin berichtete gegenüber der Polizei, dass sie zur fraglichen Zeit gestern Abend mit ihrem Pkw in südlicher Richtung fuhr. Auf einmal sei sie von einem anderen Auto überholt worden. Dieser Wagen scherte so dicht vor der Zeugin wieder ein, dass sie bremsen musste, um eine Kollision zu vermeiden. Anschließend sei der vorausfahrende Wagen in starken Schlangenlinien weitergefahren und seitlich in einen parkenden Pkw geprallt. Mit fast unverminderter Geschwindigkeit habe der Wagen dennoch seine Fahrt fortgesetzt.

Ein anderer Zeuge beobachtete, dass der Wagen eine kurze Strecke weiter mit dem rechten Vorderrad über eine Bordsteinkante fuhr – wobei der Reifen platzte. Der Wagen blieb daraufhin stehen. Die Fahrzeugführerin, eine 55jährige Frau aus Holzwickede, stieg aus und lief, scheinbar verwirrt, auf der Fahrbahn herum. Der Zeuge habe die Frau dann von der Fahrbahn und auf den Gehweg gebracht, bis Polizei und Rettungsdienste eintrafen.

Die Polizei stellte fest, dass die 55jährige stark alkoholisiert war. Ihr wurde eine Blutprobe entnommen. Sie wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Alkohol am Steuer kann teuer werden. Je nach Promillegehalt sind hohe Geldbußen, Punkte in Flensburg und Führerscheinentzug fällig. Ist die Fleppe weg, muss der Wiederantragsteller oft erst eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) bestehen – den landläufigen „Idiotentest”. Langwierig und teuer.

Auch wenn in Deutschland erst ab 0,5 Promille eine Ordnungswidrigkeit vorliegt: Führt der Alkohol zu offensichtlichen Einschränkungen im Fahrverhalten (wie im gestrigen Fall in Holzwickede), werden auch schon bei geringerem Blutalkoholpegel „alkoholbedingte Ausfallerscheinungen“ angenommen. Bereits damit steht eine Gefährdung des Straßenverkehrs wegen relativer Fahruntüchtigkeit fest. Konsequenz: 7 Punkte in Flensburg, strafrechtliche Ermittlung (wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Trunkenheitsfahrt) und in Folge Geld- oder Freiheitsstrafe, Fahrverbot (als Nebenstrafe) bzw. der Entziehung des Führerscheins.

Knallhart gehen die Dänen seit vorigem Sommer gegen Alkoholsünder am Steuer vor – also, wer vorhat, demnächst im schönen Dänemark zu urlauben: Ab 2,0 Promille (praktisch im Zustand der Volltrunkenheit) ist für drei Jahre der Führerschein weg – sowie das Auto: Und zwar für immer. Denn der Staat zieht bei derartigen Alkoholsünden im Straßenverkehr jetzt kurzerhand das Fahrzeug des Delinquenten ein, versteigert es und behält das Geld für die Staatskasse ein. Der Halter hat keinen Anspruch auf Entschädigung. Eine ähnliche Regelung gibt es bereits in Italien, wo die kritische Promillegrenze sogar bereits bei 1,5 liegt.

Kommentare (7)

  • Jama To via Facebook

    |

    Wieder mal ein dass auf der Steuerzahler Kosten Therapie in den Anspruch nehmen wird! Die sollten für die Kosten aufkommen, auch wenn das heisst ins Gefängnis gehen und Arbeiten! Nicht nur um die Tage Tod zu schlagen!

    Antworten

  • Petter Uhlenbusch

    |

    In diesem Fall war´s mal anders.
    Es gibt keine männlichen Bastionen mehr, in die „Frau“ sich nicht einmischt 😉

    Antworten

  • Jama To via Facebook

    |

    Haben die Frauen keine Recht dazu? Ich höre immer wieder mal von Meinungsfreiheit! Oder ist diese Wort Unwort des Jahres?

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Jep, jedem und jeder das Recht, angetrunken Leib und Leben seiner Mitmenschen zu gefährden.

      Antworten

    • Jama To via Facebook

      |

      Machen nicht auch Männer so was? Auch Betrunken!

      Antworten

    • Jama To via Facebook

      |

      Ich kenne ganze Menge solche Menschen, beiden Geschlechter!

      Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Jama To, wir würden uns wünschen, wenn unsere Artikel vor der Kommentierung vollständig gelesen würden. Es geht lediglich in einer Randnotiz darum, dass statistisch sehr viel häufger männliche Fahrzeugführer solcher Delikte überführt werden. Schönen Gruß von der Redaktion.

      Antworten

Kommentieren