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Angebote für die Jugend Mangelware: Über das fragwürdige Verhältnis der Stadt zu ihren jüngsten Bürgern

Wo bleiben Unnas Jugendliche? Mit einem eindringlichen Appell rüttelt Linken-Fraktionschefin Petra Weber bei Verwaltung und Politik an der Verantwortung für die jüngere Generation.

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Petra Weber (Linke): Standort der Skaterbahn dokumentiert das Verhältnis der Stadt zu ihrer Jugend.

In einem langen Kommentar zu unserem Interview über die Bornekampbad-Spendenaktion (mit Jessica Mense und Margarethe Strathoff) reflektiert Petra Weber das Freizeitangebot für Jugendliche in Unna generell. Ihr Fazit fällt düster aus.  „Wenn Du, liebe Margarethe nicht so stur jahrelang für die Skaterbahn gekämpft hättest, sie wäre heute noch nicht da“, betont Weber das Engagement der SPD-Politikerin, die ihren Wiedereinzug in den Rat Ende Mai knapp verpasste.

Skatepark Unna

Durch Spenden und Sponsoren realisiert: die Skatebahn – direkt an der Hauptverkehrsstraße.

 

Gleichwohl hält sie den Standort, den die Stadt für den Skaterpark ausgesucht hat, für suboptimal:  direkt an der stark befahrenen Hansastraße und in Sichtweite zur Autobahn mit entsprechendem Verkehrslärm und Abgasen. „Das lässt ein Verhältnis der Stadt zu ihren jugendlichen Bürgern erkennen“, urteilt Petra Weber hart.

Maggie Strathoff Jessica Mense Bornekampbad

In der „Bittstellerrolle“ fürs Bornekampbad: Maggie Strathoff (li.), Jessica Mense.

Sie könne sich auch „sehr, sehr gut an die Bestrebungen der Stadt erinnern, das Bornekampbad einzustampfen.“ Und so sei der Verein auch jetzt wieder in der Bittstellerrolle – man versuche über Spenden den sagenhaften Betrag von 60 000 Euro für das – äußerst sinnvolle – neue Kleinkindbecken einzunehmen. „Das Bornekampbad erscheint mir wie eine Insel im täglichen Wahnsinn“, schreibt die Linke.

Eishalle

Orte lebendiger Geselligkeit: Unnas Eissporthalle…

70er Flashback Lindenbrauerei

… und ebenso die Lindenbrauerei.

Ein Blick in den aktuellen Jugendförderplan der Stadt Unna mache klar, dass „offene Angebote“ nicht mehr vorhanden seien. „Sprich: Anscheinend brauchen alle Kinder und Jugendlichen in Unna inzwischen irgendein Therapieangebot.“ Im Bornekampbad könnten Kinder – und Erwachsene – dem täglichen Leistungsterror noch entfliehen und ein Stück weit Kommunikation und gesellschaftliche Teilhabe erfahren.

In einem anderen Maßstab gelte das auch für die Lindenbrauerei – „aber auch hier muss die Stadt Farbe bekennen. Wie auch für die Zukunft der Eissporthalle!“ Alle diese Angebote stünden allen Menschen frei zur Verfügung und bildeten einen Lebensraum zu einer positiven Entwicklung, schreibt die Linken-Chefin. „Lasst uns das bewahren.“

Kommentare (1)

  • Jessica Mense

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    Ganz richtig, liebe Petra!
    Doch so ganz wollen wir uns hier nicht einreihen denn schließlich geht es bei der Lindenbrauerei und der Eishalle um die Existenz während diese im Freibad ja gesichert ist. Wir wollen mit dem neuen Planschbecken lediglich unser Angebot vergrößern und für alle Familien auch künftig attraktiv bleiben.
    Dies sollte man an dieser Stelle nicht in einen Topf werfen.
    Natürlich freuen wir uns über eine Unterstützung durch die Stadt aber wir sehen auch die wirtschaftlichen Zwänge denen die Stadt unterworfen ist.

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