Rundblick-Unna » Alte Burg wankt: Stellenkürzungen bedrohen das Hellweg-Museum

Alte Burg wankt: Stellenkürzungen bedrohen das Hellweg-Museum

Die massiven Kürzungen im städtischen Stellenplan, denen der Stadtrat am Abend mit dem Ja zum Haushaltsplan und Haushaltssicherungskonzept zugestimmt hat, schwächen ab 2015 das Hellweg-Museum. So beträchtlich, dass bereits Anfang 2015 offen das Aus befürchtet wird.

Dass der Stellenplan „versteckte Schließungsabsichten“ verberge, machte in dieser Woche hinter vorgehaltener Hand immer wieder die Runde; Petra Weber, die Fraktionschefin der Linkspartei, sprach es in ihrer Haushaltsrede vor wenigen Stunden offen aus: „Das Museum ist von Schließung Anfang nächsten Jahres bedroht.“ Denn neben der Stelle fürs Archiv sollen auch die zwei 400-Euro-Jobs laut Stellenplan bis März 2015 gestrichen werden.

PetraWeber_x278

„Museum Anfang 2015 von Schließung bedroht“: Petra Weber, Die Linke.

Rein rechnerisch müssten daraus zumindest stark eingeschränkte Öffnungszeiten folgen. Petra Weber sprach ungeschminkt und klar heraus ihre Schließungsbefürchtungen aus. „Eine Stadt ohne Museum ist eine Stadt ohne Geschichte“, beschwor sie die weiteren 49 Ratsvertreterinen und -vertreter sowie die Verwaltung.

Maßgeblich um das Museum bemüht ist der 1996 gegründete „Verein der Freunde und Förderer des Hellweg-Museums der Stadt Unna e.V.“ Sein oberstes Ziel ist es, „sich der ideellen und materiellen Unterstützung und Förderung“ des Museums zu widmen.

Wie der Verein auf der Homepage der Stadt betont, ist das Hellweg-Museum in der Alten Burg gegenüber der Sparkasse ein gut besuchter Lernort zur Stadtgeschichte. „Jahr für Jahr werden dort hervorragende Ausstellungen präsentiert und bemerkenswerte Aktionen wie das „Kunstwerkstatt im Museum“, die „Museumswoche für Schulklassen“ u.a. angeboten.  Fast 10.000 Besucher kommen pro Jahr“, unterstreicht der Verein.

Unnas Museum gehöre damit „überregional zu der kleinen Gruppe von 30% der Heimatmuseen in Deutschland, die jährlich von 5.000 bis 10.000 Besuchern aufgesucht werden“.

Nur in einer einzigen Haushaltsrede fand das Heimatmusum zuvor ebenfalls Erwähnung: in der von Grünen-Fraktionschefin Charlotte Kunert. „Archiv und Museum als Bewahrer und Vermittler des historischen Gedächtnisses der Stadt Unna sollen weiterhin auf mindestens dem gleichen personellen Niveau bleiben“, formulierte sie die grüne Forderung.

Ihre Fraktion fand allerdings weder mit diesem noch mit vielen anderen Änderungswünschen zum Haushalt eine Mehrheit.

In Konsequenz lehnten die Bündnisgrünen den Doppelhaushaltsplan 2015/16 ab; ebenso wie die Linke. SPD, CDU, FW/FLU und FDP stimmten zu. Damit ist der fast ein Kilogramm schwere „Spar-Haushalt“ für die kommenden beiden Jahre beschlossen.

20240052ey

Beim Stadtfest mystisch illuminiert: die Alte Burg, die Unnas Heimatmuseum beherbergt.

 

Kommentieren