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Aldis Neubaupläne in Fröndenberg erwischen Hausmieter eiskalt

Eiskalt wurden die Mieter im Fröndenberger Aldi-Gebäude von Neubauplänen des Discouters erwischt: Ihre 4 Wände sollen soll abgerissen werden. Nicht kurzfristig, aber Aldi plant es so.

Der Discounter will sein in die Jahre gekommenes Ladenlokal am Bruayplatz abreißen und einige Meter weiter in Richtung Südwesten  bündig zur Kreuzungsbereich von-Tirpitz-Straße/Überwurf Mendener Straße) einen modernen, zeitgemäßen Neubau hochziehen. Ein paar Parkplätze mehr soll´s auch geben, dafür wird die kleine Grünoase am Spielplatz geopfert.

Der Stadtentwicklungsausschuss gab vorige Woche zunächst generell grünes Licht für weitere Planungen, die noch ganz am Anfang stehen. Dennoch schreckten die 7 Mietparteien des Altgebäudes natürlich heftig zusammen, als sie aus der Zeitung erfahren mussten: Das Haus, in dem einige von ihnen schon seit Jahrzehnten wohnen, wird wohl nicht mehr lange stehen.

Sachstand:

Aldi zog vor siebeneinhalb Jahren – Anfang 2010 – vom Marktplatz hinüber zum Bruayplatz, wo bis dahin der  Edeka Isselmarkt ansässig war. Edeka eröffnete am Harthaer Platz/Alleestraße seinen großen neuen Markt, auch Aldi konnte aber seine Verkaufsfläche nach der beengten Situation am Markt auf rund 1000 qm erhöhen.

Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Fröndenberg bescheinigte diesem Discounter-Standort im September 2009 eine hohe Bedeutung für die Innenstadt. „Sie deckt nicht nur die wohnortnahe Versorgung mit Waren des kurzfristigen Bedarfs ab, sondern hat eine Magnetfunktion für den gesamten Innenstadtbereich“, erinnert die Stadt in ihrer Vorlage für den Stadtentwicklungssausschuss.

Nun will Aldi den Markt „an veränderte Kundenbedürfnisse“ anpassen. Dazu gehören eine „zeitgemäße Präsentation der Waren“, höhere Räume und breitere Gänge. Das Altgebäude mit den Hausnummern Bruayplatz 2, 4 und 6 soll abgerissen werden und einem modernen Neubau weichen:

65 Meter lang, 30 Meter breit und ca. 6 Meter hoch, ein Drittel mehr Verkaufsfläche als jetzt (bis zu 1500 qm).

Eine erste Variante sieht den neuen Aldi an selber Stelle vor, eine zweite eine Verlagerung Richtung Kreuzung Tirpitz-Str./Überwurf.

„Durch den Aufstellungsbeschluss kann das planungsrechtliche Verfahren nun weitergehen. Nach den Sommerferien sollen weitere Gespräche stattfinden“, heißt es in der Vorlage der  Stadtverwaltung.

Situation der Mieter:

Erst durch Presseberichte erfuhren alle Bewohner des Hauses von dem bevorstehenden Abriss. „7 Familien stehen dann da. Menschen, die hier teilweise schon 30 Jahre wohnen“, beschreibt eine Mieterin gegenüber unserer Redaktion die Sorgen und Ängste der Bewohner. 

Dass sich die Eigentümerin von der Immobilie trennen wollte, das sei schon länger bekannt gewesen. „Es waren einige Interessenten hier und gingen auch wieder. Natürlich ist es das gute Recht der Eigentümerin, das Haus zu veräußern. Aber es geht ja nicht an, dass Bewohner und Anwohner nicht im Vorfeld informiert werden. Selbst die Hausverwaltung wusste nichts.“
Die aktuelle Situation löse Ängste aus, kritisiert die Mieterin, die selbst vor knapp einem Jahr in das Gebäude einzog. „Drei Familien mit jeweils drei Kindern wohnen hier. Wo sollen sie denn bitte in Fröndenberg eine Wohnung finden?“ Bei ihrem eigenen Kind habe die Nachricht von dem bevorstehenden Auszug eine heftige Panikattacke ausgelöst: „Es hat letztes Jahr seine Oma und das Elternhaus verloren. Nun wieder die Angst, weg zu müssen…“
Die Mieter erwarten klare Aussagen von der Stadtverwaltung und der Politik.

Kommentare (2)

  • Helmut Brune

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    Ich finde es Rücksichtslos und Brutal, daß Mieter einer Wohnung der Presse entnehmen müssen, daß das Haus abgerissen werden wird.

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  • Adametz

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    reist doch alles ab was grün ist…. wer braucht das schon?! Den Spielplatz als Parkplatz Fläche nutzen!!!!! armselig. ..peinlich….. unverschämt und mänschen / kinder unfreundlich….. pfui

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