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ADAC-Experte: „Einspuriger Kreisel funktioniert“

Vorerst letzter Sachstand zum leidigen Thema Kreishaus-Kreisel. Ausgerechnet der Vertreter  der Auto-Lobby spricht sich gegen eine Rückkehr zur Zweispurigkeit im kommenden Frühjahr aus. Zumindest indirekt. Denn der ADAC-Experte Dr. Peter Meintz ist überzeugt: Der Kreisel klappt einspurig.

Trotz des unübersehbaren Rückstaus, der im Berufsverkehr oft bis weit in den Ringtunnel reicht und die kurze Sechs-Kilometer-Strecke nach Kamen zur Stundentour ausufern lässt. Dafür sieht der Automobilclub-Vertreter aber nicht maßgeblich die Einspurigkeit verantwortlich.

Peter Meintz ADAC

Dr. Peter Meintz.

„Der Kreisverkehr in Unna funktioniert so, wie er es jetzt ist“, erklärte Peter Meintz  jüngst bei seinem Besuch am WDR 2-Reportagewagen (Rundblick berichtete). Für die Sendung „Staufrust“ berichtete Reporter Jörg Steinkamp fünf Stunden live vom Ort des Geschehens. Der Ü-Wagen stand vor dem Kreishaus, wo sich ja auch der Kreisel befindet, was den Sender bei der Anmoderation zu folgendem Wortspiel verleitete: „Wenn´s im Kreishaus so wenig rund läuft wie im Kreisel…“ Kalauer.

Überzeugtes Statement jedenfalls des ADAC-Experten: Die Verengung auf eine Spur könne nicht der Grund für den Stau sein. „Sicherlich hat die Kappung der zweiten Spur Kapazität gekostet. Aber auch die Kapazität eines Kreisverkehrs ist endlich. So, wie ich es sehe, funktioniert er“, meinte Meintz vor Ort am Kreishaus.

Grundsätzlich tue sich der Deutsche eben schwer mit dieser Verkehrsführung im Kreis, ohne Ampeln und zusätzliche Beschilderungen. „Die Deutschen haben´s nicht so mit Kreisverkehren“, sagt der Verbandsvertreter aus Erfahrung. Jahrzehntelang habe es in Deutschland Kreisverkehre praktisch nicht gegeben. „Die Kreisverkehr-Renaissance ist noch nicht so alt“, erinnert Peter Meintz. „Anders als in vielen Nachbarländern – Frankreich, Spanien, die Niederlande -, wo schon viel länger Kreisel gebaut werden. Die gehen dort professionell mit Kreisverkehren um. Uns fehlt da die Übung.“

WDR 2-Hörer Michael Goliasch, der den Sender über seinen „Staufrust“ informiert hatte, hat die elfeinhalb Jahre, in denen die Kreisel zweispurig „sein durfte“, entschieden anders in Erinnerung als der ADAC-Experte: Staus bis in den Ringtunnel und Fahrtzeiten nach Kamen bis eben zu einer Stunde habe es damals nicht gegeben, betont der Dauerstau-Frustrierte. „Das fing erst an, als die eine Spur gekappt wurde.“ Für zwei „offizielle“ abgeteilte Fahrspuren im Kreisverkehr ist der Innendurchmesser zu klein, bei Zweispurigkeit herrscht ohnehin Anarchie, und Zweispurigkeit erhöht massiv die Unfallträchtigkeit.

So oder so: Eine Lösung, gleich wie sie aussieht im kommenden Frühjahr, wird der Quadratur des Kreise(l)s ähneln.

Die vollständige WDR 2-Sendung kann man sich anhören unter

http://www1.wdr.de/themen/panorama/aktion-nrw/hoererfall-unna106_ga-1_pic-3.html

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