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Acht Wochen fürs Baby müssen meist reichen: Junge Väter halten sich beim Elterngeld weiter zurück

Elterngeld ist bei den jungen Familien im Kreis ein beliebtes Angebot – allerdings  vornehmlich bei den Müttern. Väter halten sich vergleichsweise zurück. Diese Statistik veröffentlicht heute die Kreisverwaltung Unna.

Im vergangenen Jahr nahmen 3.121 Frauen und 764 Männer die Leistung in Anspruch. Damit verzeichnet die Elterngeldstelle des Kreises weiter eine steigende Nachfrage – doch Väter halten sich noch stark zurück, was die Höchstdauer von zwölf Monaten betrifft. Gerade einmal 70 der 764 Männer (rund 9 Prozent) nehmen sich ein ganzes Jahr Auszeit vom Beruf, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Gründe führt der Kreis nicht an, sie liegen auf der Hand: reelle Furcht vor gravierenden beruflichen Nachteilen durch die Auszeit fürs Baby – wenn nicht gar Jobverlust. Jedenfalls kehren 75 Prozent der Männer schon nach der Mindestzeit – acht Wochen – wieder an den Arbeitsplatz zurück, sagt Sandra Waßen, Fachbereichsleiterin Familie und Jugend des Kreises.

Die Nachfrage insgesamt ist gegenüber dem Vorjahr weiter gestiegen. 3.885 Elterngeld-Empfänger gab es 2014, rund 500 mehr als im Vorjahr und 700 mehr als noch 2012.

Das Elterngeld, das bis zu 14 Monate nach der Geburt des Kindes gewährt wird, beträgt grundsätzlich zwischen 65 und 67 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten zwölf Monate vor der Geburt. Es werden mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro gewährt.

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