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Abgesang auf Anne-Frank-Schule: Kolter sieht Gesamtschule als gute Alternative – Kein Kommentar zur Kritik an der Stadt

Abgesang auf die Anne-Frank-Realschule heute Abend im Haupt- und Finanzausschuss. Die Auflösung der Königsborner Schule war mit dem Ja des Schulausschusses vorige Woche beschlossen, nur formell muss kommenden Donnerstag noch der Rat zustimmen. Dennoch – oder deshalb – ergriff heute Bürgermeister Werner Kolter noch einmal das Wort. Ohne auf die scharfe Kritik einzugehen, die sowohl die Anne-Frank- wie auch die Hellweg-Realschule Massen an der Stadt geübt hatten.

Die Verwaltung, so klagen die Schulkonferenzen übereinstimmend in ihren Stellungnahmen an, habe mindestens 10 bis 15 Jahre dringend notwendige Investionen am Schulgebäude nicht getätigt. Damit habe die Stadt zusammen mit der entschlusslosen Politik den Niedergang der Schule geradezu provoziert.

Kolter konzentrierte sich in seinem Statement im Hauptausschuss heute Abend auf die guten Leistungen der Schule. Er unterstrich, wie sehr er die gute Arbeit der AFR anerkenne. Doch gegen den demografischen Wandel (immer weniger Kinder und damit Schüler) und das Wahlverhalten der Eltern, sagte Kolter und griff damit die Argumente des Schulgutachters Ernst Rösner auf, habe die Königsborner Realschule leider nicht bestehen können. Doch sieht der Bürgermeister den Stadtteil Königsborn „bereits mit einem sehr guten Alternativangebot durch die Gesamtschule versorgt“.

Werner von Siemens-Gesamtschule Königsborn

Aus Sicht des Bürgermeisters ein „gutes Alternativangebot“ in der Schullandschaft Königsborns: Die Werner von Siemens-Gesamtschule.

Für die Grünen fing Charlotte Kunert final noch ein kleines Polit-Scharmützel an: Im Wahlkampf, mahnte sie, „wurde diese Schule heiß gehandelt. Es war damals schon in unseren Köpfen, dass wir die Schule vermutlich schließen müssen.“

Den Vorwurf des gebrochenen Wahlversprechens wollte nun keine der beiden „Groko“-Fraktionen auf sich beziehen. „In unserem Wahlprogramm steht, dass wir zur ,Schulform´ Realschule stehen; das tun wir“, betonte Fraktionschef Volker König, und für die CDU behauptete Gerd Heckmann: „Wir haben es sogar im Wahlprogramm stehen, dass wir diese Schule auflösen mussten.“ Was im Zweifel noch zu beweisen bliebe.

Jedenfalls fühlte sich niemand von Kunerts Vorwurf angesprochen. Und die ihr zugerufene Aufforderung, sie möge dann doch bitte  Ross und Reiter nennen, quittierte die Grünen-Chefin mit mildem Lächeln: „Ich hab´ das mal so einfach in den Raum geworfen.“

 

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