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Abgasskandal vor OLG Hamm: Schwerterin will Beetle zurückgeben

Abgasskandal vor dem Oberlandesgericht Hamm – eine VW-Kundin aus Schwerte will ihren Beetle zum vollen Kaufpreis zurückgeben. Am heutigen Donnerstag (27. 4.) verhandelt der 28. Zivilsenat des OLG über den Fall. Die Klägerin aus Schwerte verlangt von dem beklagten Dortmunder Autohaus die die Rückabwicklung des Kaufvertrags über einen VW Beetle, den sie im Januar 2014 für ca. 22.000 Euro erwarb.
Viel Freude hatte die Schwerterin nicht an ihrem schicken Neuwagen: Nicht nur, dass frühzeitig schon Reparaturen an der Fensteranlage notwendig wurden (und noch immer störe ein quietschendes Geräusch) – in der Hauptsache dreht sich der Streit um manipulierte Abgaswerte: Der Beetle verfügt über einen 2,0 l Dieselmotor (EA 189 EU5) mit einer Software, die die Abgaswerte nach Auffassung der Klägerin unzulässig beeinflusst.
Deshalb verlangt sie die Rückzahlung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung gegen Rückgabe des Fahrzeugs.
Damit scheiterte sie im ersten Anlauf vor dem Dortmunder Landgericht: Dieses sah die Anfechtung des Kaufvertrags im Mai 2016 als unbegründet an, da das Autohaus die Käuferin nicht arglistig getäuscht habe. Im Hinblick auf manipulierte Abgaswerte sei das Fahrzeug zwar mangelhaft, doch sei dieser Mangel (plus ein evtl. noch quietschendes Fenster) nicht so erheblich, dass damit ein Rücktritt vom Kaufvertrag gerechtfertigt wäre.
Über die Berufung wird der 28. Zivilsenat des OLG Hamm heute verhandeln.

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