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Aber ne Wurst, die darfste doch…!

Die Kappelle Petra begeisterte im Jugendzentrum Lüner Höhe. Foto: Silvia Rinke

Die Kappelle Petra begeisterte im Jugendzentrum Lüner Höhe. Foto: Silvia Rinke

Das Publikum trägt grün gestreifte Papierkrawatten zu rosa Papierhütchen und wirft kichernd Luftschlangen. Der Fanblock vorn links schwenkt gröhlend eine Riesenwurst aus Pappmachée mit dem Schriftzug „´ne Wurst“, und auf der Bühne staunt Kapelle-Petra-Frontmann „Opa“ Guido Scholz andächtig: „Total voll! Wie geil!“ Wie geil ist das denn, ja, die Kult-Kapelle auf der Lüner Höhe! Rappelvolle Hütte im Jugendfreizeitzentrum, wo nach dem ordentlichen Support „Käpt´n Horst“ aus Gelsenkirchen (Horst, is klar) am Samstagabend ab 21.30 Uhr die Bude rockte mit Kapelle. Kamelle…! – schon nach dem vierten Song mäanderte juchzend eine Polonäse zu „Partymusik“ („la la la la la, Partymusik…“) durchs JFZ, angeführt von „Bühnenskulptur“ Gazelle, die (oder der) schon für sich einfach Kult ist.

Vorwiegend jüngeres Publikum (JFZ, is klar), aber auch Angereiste von weiter her (zu erkennen an exotischen Nummernschildern auf dem Parkplatz) hüpften fröhlich herum und schwenkten Bratwürste. Zur Erklärung für Nicht-Kapellaner: „Aber ne Wurst, ne Wurst, die darfste doch“ ist einer der Kulthits der Kultbands, und da wedelt man als Ultra natürlich mit ner Pappwurst, ist doch klar! Kapelle Petra macht beste Mithüpfmusik, bisschen Ärzte, bisschen Tote Hosen, viel schöner und rockig-harmonischer Mitsing-Poprock und der Rest Karnevalsparty vom Allerbesten. Passte bestens so mitten in die Narrensaison.

Die Kapelle-Mitglieder: sind Opa, der tägliche Siepe (Rainer Siepmann), Ficken Schmidt (doch, der Markus will so heißen und drischt Schlagzeug) und Gazelle, die lebende Bühnenskulptur. Auf Youtube führt der Klick zur Kapelle Petra übergangslos zu Helge Schneider, was eigentlich alles sagt. Die schrill-schräge Gute-Laune-Show als „humoristische Liveperformance“ zu bezeichnen wie Wikipedia ist gnadenlos untertrieben: Einer dieser schrägen Songs heißt „Die Gurke“ (doch, wirklich) und hat als Refrain: „Könn´ wir nicht einfach über Fußball reden“. Glücklich gewählt für einen Samstag, an dem die Borussia glücklich mal wieder gewonnen hat, und dann noch so hoch, fünf zu eins gegen Bremen!
Ihrem Ficken Schmidt widmet die Kapelle ein überraschend wunderschönes Mitsing- und Mitschwelglied mit eindeutigen Avancen an Pur.

„Ficken Schmidt, nimm mich mit, nimm mich mi-hi-hi-it“, Feuerzeuge hoch bitte bzw. Handys und Smartphones auf Taschenlampenfunktion – Zuvor darf das gesammelte JFZ erst mal schön kräftig und ohrenbetäubend das F-Wort brüllen. „Gewitter!“ fehlt natürlich auch nicht, „ihr habt´s nicht anders gewollt!“, schreit Opa, und herhalten muss mal wieder Gazelle: Als Baum kostümiert, dem sich unheilschwanger ein Papp-Blitz nähert. Getroffen – erlegt! Krach bumm, die Bühnenskulptur donnert zu Boden, steht natürlich wieder auf – und der Gazelle hat auch wieder ganz viele Fotos vom Publikum geschossen, mal auf der Kapelle-Homepage stöbern.

 

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