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Ab heute: Änderungen im Waffengesetz – Illegale Waffen 1 Jahr straffrei abgeben

Die Uhr tickt. Von heute an bis zum 6. Juli 2018 kommt jeder straffrei davon, der illegal besessene Waffen und Munition freiwillig bei der Waffenbehörde oder der Polizei abliefert. Diese „temporäre Amnestie“ ist Bestandteil einer Änderung des Waffengesetzes, die heute (6. Juli) in Kraft tritt und 12 Monate gilt.  Wer binnen dieser Frist Waffen/Munition an die Behörden übergibt, wird nicht bestraft: Weder wegen unerlaubten Erwerbs, Besitzes oder Führens noch wegen unerlaubten Verbringens.

Das teilte gestern die Kreispolizeibehörde MK mit.

Weitere Neuerungen durch die Gesetzänderung:

! Panzerbrechende Munition (Anl. 1 Abschn. 3 Nr. 1.5 Waffengesetz) , Munition mit Spreng-, Brand- und Leuchtspursätzen sowie Geschosse dafür sind zukünftig verboten, können aber noch im Rahmen der Amnestieregelung abgegeben werden.

! Neue Regeln zur Aufbewahrung: Künftig wird es nicht mehr ausreichen, Waffen in Behältnissen der Sicherheitsstufe A und B nach VDMA 24992 (Stand Mai 1995) aufzubewahren.

Aber: Alte Waffenschränke, die zum heutigen 6. Juli den alten gesetzlichen Anforderungen entsprochen haben, dürfen weiterhin genutzt werden (Besitzstandswahrung). Wechselt der Waffenschrank allerdings nach dem 6. Juli den Besitzer, z. B. durch Vererben, darf er nicht mehr genutzt werden.

Für Waffenschränke, die ab heute gekauft wurden, gilt:

!   Erlaubnisfreie Waffen/Munition sind mindestens in einem verschlossenen Behältnis aufzubewahren.

!   Für erlaubnispflichtige Munition wird jedenfalls ein Stahlblechbehältnis ohne Klassifizierung mit
Schwenkriegelschloss oder einer gleichwertigen Verriegelung oder ein gleichwertiges Behältnis benötigt.

!   Eine unbegrenzte Anzahl von Langwaffen und insgesamt bis zu fünf Kurzwaffen und Munition können in einem
Sicherheitsbehältnis aufbewahrt werden, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 (unter 200
Kilogramm) entspricht. Ist das Behältnis 200 Kilo schwer oder schwerer, darf darin eine unbegrenzte Anzahl von
Langwaffen und bis zu zehn Kurzwaffen sowie Munition aufbewahrt werden

!   Eine unbegrenzte Anzahl von Lang- und Kurzwaffen/Munition muss in einem Sicherheitsbehältnis aufbewahrt werden, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad I entspricht.

 

Kommentare (2)

  • Helmut Brune

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    Dafür sollte dann aber auch, nach verstreichen dieser Frist, der unerlaubte Waffenbesitz strenger bestraft werden. Für mich persönlich sehe ich keinerlei Anlaß irgendwelche Waffen zu Hause zu haben.

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  • M.B.

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    Zitat: „Panzerbrechende Munition (Anl. 1 Abschn. 3 Nr. 1.5 Waffengesetz) , Munition mit Spreng-, Brand- und Leuchtspursätzen sowie Geschosse dafür sind zukünftig verboten“. Hartkern war es schon immer. Wer jetzt meint, die Amnestie könne man nutzen, der prüfe zuerst, ob er nicht gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen hat. Sonst kommt nämlich der Bumerang hintendrein. Wie bei dem Lehrer, der ein MG-Hartkerngeschoß vom Bund mitgenommen und 20 Jahre später bei so einer Amnestie abgab. 4500€ und Vorstrafe war dann das Urteil.
    Über den Sinn der Aufbewahrungsvorschriften gibt es nicht viel zu sagen. Bringt Null für die Sicherheit (wenn Tresore gestohlen wurden, lagen die Sportwaffen meist neben dem geöffneten Tresor. Registrierte Waffen haben auf dem Schwarzmarkt keinen Wert), macht nur weiter unser Hobby kaputt. Gegen illegale Waffen wird nichts unternommen, aber Legalwaffenbesitzer werden schikaniert und in ihren Grundrechten beschnitten (Unverletzlichkeit der Wohnung).
    Bald haben wir englische Verhältnisse: Nur die Kriminellen haben dann noch Waffen und die Schußwaffenkriminalität steigt um 45% wie nach dem Verbot in London.
    Legale Schußwaffen liegen lt. Statistik anteilig im Promillebereich und davon sind noch die allermeisten Waffen Behördenwaffen. Jagdwaffen tauchen dann meist nur wegen Suiziden in der Statistik auf. Die wären sonst aber auch begangen worden. Nur mit anderen Mitteln.

    Schießsport ist die Sportart mit der geringsten Unfallrate, weshalb die BG sogar ihre Ausbildungen eingestellt hat.

    Für mich persönlich sehe ich auch keinerlei Anlaß irgendwelche Fahrräder, Golfschläger oder Skistöcke im Hause zu haben, aber ich möchte trotzdem nicht, daß deren Besitz deshalb anderen Menschen gesetzlich eingeschränkt wird oder die deliktrelevanten Golfschläger, Schürhaken, Fahrräder (gerne genutzte Fluchtfahrzeuge!) etc nur noch in 0-er Tresoren aufbewahrt werden dürfen.

    Anlaß dieses Machwerkes war das Attentat von Bataclan. Dort wurden illegale und damit bereits verbotene Sturmgewehre benutzt welche durch unsere offenen EU-Grenzen ungehindert einströmen.

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