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7 Streifenwagen für 3 Ruhestörer: Aufgebot in Kamen-Nord war nötig zur Eigensicherung

7 Streifenwagenbesatzungen, um 3 renitente Ruhestörer zur Räson zu bringen – ist das noch angemessen? Das fragten sich viele Leser nach unserem Bericht über den Polizeieinsatz am 2. Weihnachtstag im Kamener Norden. Dort waren in der Spitze 7 Streifenwagenbesatzungen notwendig, um eine Eskalation nach einer Ruhestörung an der Heinrich-Imbusch-Straße in den Griff zu bekommen.

Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit dieses stattlichen Polizeiaufgebotes gaben wir heute Mittag an Polizeisprecher Thomas Röwekamp weiter. Er erinnerte uns in seiner Antwort daran, dass bereits zuvor schon zwei Beamte zu dem Haus gefahren waren, da ein Nachbar eine Ruhestörung gemeldet hatte. Die Beamten hätten nun bei diesem ersten Einsatz festgestellt, dass sich  mehrere Personen in der Wohnung aufhielten. Es hätte bereits „eine gewisse Aggressivität“ vorgeherrscht, und die Musik sei nur widerwillig leiser gestellt worden.

„Deswegen sind beim zweiten Einsatz direkt mehrere Streifenwagen dort hingefahren.“ Dieser zweite Einsatz wurde kurz darauf gegen 2.15 Uhr nötig, weil der Nachbar, der sich zuvor über den Lärm beschwert hatte, jetzt seinerseits von den Störern bedroht wurde.

7 Streifenwagen säumten zuletzt die Wohnstraße im Kamener Norden – denn die 3 Männer traten den Beamten derart aggressiv gegenüber, dass Attacken durch Einsatz von Pfefferspray verhindert werden mussten. 2 der hochaggressiven Männer wurden schließlich überwältigt und in Gewahrsam genommen.

Auf die (rhetorische) Frage, ob für Kamen allein überhaupt so viele Streifenwagen verfügbar sind, ergänzte Röwekamp: „Aus dem Bereich der Kreispolizeibehörde sind mehrere Streifenwagen zusammengezogen worden.“

Die eingesetzten Streifenwagenbesatzungen, führte der Polizeisprecher weiter aus, „ziehen bei der Beurteilung des Einsatzgrundes im Vorfeld alle Eventualitäten in Betracht. Bei der herrschenden Aggressivität, gepaart mit sehr viel Alkohol besteht immer die Gefahr einer Bewaffnung (siehe auch der Einsatz in Schwerte, wo der später eingesperrte Störer die Beamten mit Reizgas bedrohte). Allerdings hatte man zu diesem Zeitpunkt keine konkreten Anhaltspunkte über eine Bewaffnung.“

Zum Thema  „Eigensicherung“:

Damit es Polizisten möglich ist, auf tätliche oder bewaffnete Angriffe in Einsätzen effektiv zu reaieren, werden sie in puncto Eigensicherung besonders geschult. Bundeseinheitliche diesbezügliche Regelungen finden sich in der Polizeidienstvorschrift 450 sowie im Leitfaden 371. Zu den grundlegendsten Methoden der Eigensicherung gehören der ständige Einsatz eines Sicheres bei Fahrzeug- oder Personenkontrollen sowie die ständige Beleuchtung der Einsatzstelle. (Quelle: juraforum)

Kommentare (4)

  • Silvia Rinke

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    Kommentare über Facebook:

    Degirb Gnoleic Ich finde ihr habt es genau so gemacht, wie ihr es für richtig hieltet, vorausschauend und der Situation angemessen …. Was wissen wir Laien schon darüber?? Ihr habt es unglaublich schwer in eurem Beruf und keiner oder wenige kommen auf die Idee mal Danke zu sagen (schreiben) …. Ihr seid klasse !!!! :-) So, meine Meinung !!!!

    Matthias Polzin Leider ist es so das die Jungs schon lange nicht mehr so handeln dürfen wie es mal war. Bei jeder unüberlegten Handlung müssen Sie sofort mit n
    Diziplinar Verfahren rechnen. Früher hatte man noch Respekt, die heutigen Jugendlichen haben ihn schon lange nicht mehr

    Rundblick Unna (sia) Ja Matthias Polzin, diese Entwicklung wird langsam ein Riesenproblem für Polizei- wie für Rettungskräfte.

    Thomas Gragen
    Und wären weniger dort hin gefahren hätten wir eventuell einen toten Polizisten mehr zu betrauern.
    Ich verstehe die ganze Diskussion nicht.
    Ein Dank an alle Polizisten die täglich mit dem Tod konfrontiert werden wenn sie zu einem Einsatz gerufen werden.

    Christiane Kramer
    Es ist wirklich schlimm geworden mit dem Respekt vor der Polizei heute! Lieber eine Einsatzstreife mehr als eine zu wenig! In der heutigen Zeit muss man/Frau und leider auch unsere Polizei mit dem Schlimmsten rechnen! Auch von mir ein Lob und Dank an die Polizei !

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  • Luenne

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    Jedem der Vollpfosten einmal ins Knie schießen und zack reicht ein Streifenwagen. Die Behandlung und fahrt im Krankenwagen hätte ich denen auch noch in Rechnung gestellt.

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    • Markus Antonius

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      @Luenne, und bei welchen Delikten sollen die Verdächtigen vorläufig erschossen werden?
      Ich bin definitiv ein Freund einer härteren Gangart, auch für erweiterte Rechte und Möglichkeiten zur Notwehr, aber Leibesstrafen und Folter sollten außen vor bleiben.

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  • fürst

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    Angemessen!
    Auch ich danke allen Polizistinnen und Polizisten an der Front und zolle ihnen allen höchsten Respekt.
    Dies gilt nicht für die politikhörige Polizeiführung.
    Ansonsten: Siehe „Luenne“.

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