Rundblick-Unna » 5,5 bis 7 % aller Taschendiebe werden erwischt, und das ist schon eine Steigerung – Eigens Ermittlungskommission „Tasche“ eingerichtet

5,5 bis 7 % aller Taschendiebe werden erwischt, und das ist schon eine Steigerung – Eigens Ermittlungskommission „Tasche“ eingerichtet

Nicht nur die Einbruchszahlen schnellen in die Höhe – auch Taschendiebe schlagen immer öfter zu. Fast 5000 Mal im vorigen Jahr allein im Bereich  Dortmund und Lünen. Im Kreis Unna  werden seit 2012 ziemlich konstant immer ca. 450 Taten pro Jahr angezeigt. Wie ernüchternd viele Langfinger ungeschoren davonkommen, zeigt die Aufklärungsquote – die sich gleichwohl bereits gesteigert hat: Vor drei Jahren klärte die Kreispolizeibehörde Unna 4,4 Prozent aller Taschendiebstähle auf, 2013 waren es 5,5 Prozent. Ein Erfolg für die Polizei.

Die Nachbarpolizeidirektion Dortmund richtete im September wegen des gravierenden Diebstahlproblems in der Großstadt eigens die „Ermittlungskommission Tasche“ ein. Acht Ermittlerinnen und Ermittler wurden dafür abgestellt, Langfingern und insbesondere organisierten Diebesbanden das Handwerk zu legen.

Heute gab die Polizei eine erste Zwischenbilanz bekannt. Die Aufklärungsquote kletterte seit Einrichtung der EK „Tasche“ kontinuierlich und ist jetzt bei 7,1 Prozent angekommen. Was im Vergleich zu 2013 eine Steigerung von – Achtung – 57 Prozent.

„Aufgrund der verdeckten Vorgehensweise“, begründet der Polizeipräsident diese ernüchternden Zahlen, „ist dieses Delikt sehr schwer aufzuklären.“ Die Quote der aufgeklärten Einbrüche – jetzt wieder im Kreis Unna – lag 2014 bei rund 14 Prozent, also fast dreimal so hoch wie bei Taschendiebstählen.

Die Ermittlungskommission „Tasche“ kam übrigens auch stadtübergreifend tätigen Banden auf die Spur, unter anderem einer Tätergruppe, die rund 40 Taten in mehreren Städten auf dem Kerbholz haben soll. Ein weiterer Langfinger schlug allein fast 20 Mal zu – ebenfalls in verschiedenen Städten.

Erschreckend: Fast jeder zweite ergriffene Dieb war unter 21 Jahre alt. Als Beute waren vor allem Mobiltelefone (35 Prozent der gestohlenen Gegenstände), gefolgt von EC-Karten und Bargeld. Bei der Vorgehensweise überwiegt das „Antanzen“. Die Täter suchen den Körperkontakt mit ihren Opfern, umarmen sie, scheinen mit ihnen tanzen zu wollen. So abgelenkt, merken diese meist gar nicht, dass sie bestohlen werden. 97 Prozent der Fälle entfallen übrigens auf das Stadtgebiet Dortmund. „Nur“ 142 Taten gab es in Lünen.

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