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5 km lange Menschenkette für bessere Kita-Landschaft: Kirchenkreis Unna ist dabei

Es geht um Geld – aber nicht nur. „Mehr als Knete“ lautet deshalb das Motto:
Für eine bessere Kindergartenlandschaft geht am Samstag (1. Juli) der Ev. Kirchenkreis Unna mit einer ca. 100 köpfigen „Abordnung“ in Bochum mit auf die Straße.
Dort will eine 5 Kilometer lange Menschenkette „eindrücklich deutlich machen, dass viele Eltern, Mitarbeitenden und Trägervertreter Hand in Hand für eine bessere KiTa-Landschaft einstehen, auch aus dem Ev. Kirchenkreis Unna“, teilt Pressereferent Dietrich Schneider mit.

„Bildungsgerechtigkeit hat ihren Preis. Dabei geht es um mehr als um Knete. Wir fordern ein neues Bildungsgesetz für Kindertageseinrichtungen in NRW. Dafür möchten wir ein Zeichen setzen – eine Menschenkette in der Bochumer Innenstadt.“
So lautet die Grundforderung einer Initiative von pädagogischen Fachkräften in Bochum. Auch aus dem Ev. Kirchenkreis Unna schließen sich fast 100 Menschen der Forderung an.
 
Das Motto „Mehr als Knete“ deute es an: es geht nicht nur um Geld, es geht vorrangig um die Qualität der Arbeit. So ist eine bessere personelle Ausstattung wichtigste Forderung. Aber auch das Raumangebot oder Standards für Fort- und Ausbildung liegen den Initiatoren am Herzen. Sandra Niggemeier, Fachberaterin im Ev. Kirchenkreis Unna: „Unsere Mitarbeitenden lieben ihren Beruf, sie tun das wirklich gerne. Aber immer nur am Limit arbeiten, macht krank und schadet der Qualität der Arbeit und letztlich den Kindern.“
 
Auch wenn der neue Koalitionsvertrag eine Erneuerung und Verbesserung der Situation in Aussicht stellt, bliebe noch viel zu tun: Niggemeier: „Wir haben Sorge, dass am falschen Ende gespart wird.“
Die Forderungen der Initiative im Einzelnen:

  •  Wir wickeln im Akkord – und die beziehungsvolle Pflege der Kinder bleibt auf der Strecke. Es bedarf einer pädagogischen Fachkraft für drei Kinder unter drei Jahren.
  • Mangel an Zuwendung für Kinder hat Folgen – dennoch beschreibt ´Masse statt Klasse´ den aktuellen Betreuungsschlüssel. Wir fordern: eine pädagogische Fachkraft für sieben Kinder über drei Jahren.
  • Per Gesetz steht Hunden in Zwingerhaltung und Ü3-Kindern die gleiche Raumfläche zu – wir fordern die Gruppenstärken zu reduzieren.
  • Spagat zwischen Klorolle und Personal-management und das Meiste nach Dienstschluss. Dringend notwendig: Freistellung der Leitung.
  • Krankentage von Erziehern/Innen verringern die Bildung oder anders gesagt, bei Fehlzeiten fällt die Bildung für die Kinder aus. Es bedarf Zusätzlicher Fachkraftstunden für Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit, Fortbildung und Fehlzeiten.
  • Ohne Fachkräfte keine Bildung. Daher sind zusätzlich finanzierte Ausbildungsplätze notwendig.
  • Bildungslücken frühzeitig ausputzen. Auch ein großer Haushalt muss gepflegt werden. Wir fordern daher: Ausfinanzierte Haushalts- und Reinigungskräfte.
  • Weiterbildung und Beratung bleiben derzeit auf der Strecke – verbindliche Fachberatungsanteile sind zwingend erforderlich.
  • Pädagogik von heute in Räumen von gestern – daher: auskömmliche Investitionsmittel für Umbauten zur räumlichen Anpassung und Sanierung.
  • Die Ausfinanzierung der anfallenden Verwaltungs- und Sachkosten muss geregelt sein, denn: Der Sack für Spielzeug ist leer. Wir haben keine Knete mehr!

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