Rundblick-Unna » 440 000 € Hundesteuer – da ist Luft nach oben: Stadt lässt „Schwarzhunde“ zählen

440 000 € Hundesteuer – da ist Luft nach oben: Stadt lässt „Schwarzhunde“ zählen

108 Euro im Jahr – oder 9 Euro im Monat – zahlt jeder Hundebesitzer in Unna für seinen Vierbeiner, sofern es ein Einzelhund ist. Zusammen mit Lünen liegt Unna damit kreisweit an der Steuer-Spitze. Doch da die Stadt die Vermutung hat, dass sich eine ganze Reihe unangemeldeter Hunde in Unna tummeln, hatte sie schon im Januar angekündigt, dass sie Hundezähler von Tür zu Tür schicken wird. Wie Antenne Unna heute Morgen berichtete, soll das im Mai geschehen. Die Hunde-Sheriffs sollen „Schwarzhunden“ auf die Spur kommen. Das ist in anderen Städten des Kreises (z. B. Kamen und Bergkamen) bereits übliche Praxis. Der Sinn dürfte klar sein: Mehr Steuergeld für die Stadtkasse.

Das Aufspüren unangemeldeter Hunde übernimmt eine Privatfirma im Auftrag der Stadt. Wichtig zu wissen: Man muss diese Mitarbeiter – ähnlich wie Mitarbeiter der GEZ (Gebühren-Einzugs-Zentrale) – nicht in die Wohnung lassen.

Im vorigen Jahr kam nach der Statistik der Stadt auf 15 Einwohner je ein Hund. In jedem zweiten bis dritten Haushalt lebt damit ein schwanzwedelndes Familienmitglied. Dass sie von einer Dunkelziffer ausgeht und das nachprüfen lassen will, kündigte die Stadt schon bei der Mitteilung zum Hundesteuerbescheid Mitte Januar an. „Es werden bei Kontrollen immer wieder Hundehalter angetroffen, die ihrer Anmeldepflicht nicht nachgekommen sind.  Deshalb haben viele Kommunen in der Vergangenheit flächendeckende Hundebestandskontrollen auf Ihrem Stadtgebiet durchgeführt.  Aus Gründen der Steuergerechtigkeit ist auch in Unna beabsichtigt, im laufenden Jahr eine Hundebestandskontrolle im gesamten Stadtgebiet durchzuführen.“

An Hundesteuer sind für 2015 rund 440 000 € für die Stadtkasse einkalkuliert.

Übrigens: Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer, mit der das Halten von Hunden besteuert wird. Wie jede Steuer ist sie eine öffentlich-rechtliche Abgabe, der keine bestimmte Leistung (etwa das Reinigen der Straßen von Hundekot) gegenübersteht und die nach dem Gesamtdeckungsprinzip zur Finanzierung aller kommunalen Aufgaben mitverwandt wird


Soviel zahlt der Hundeliebhaber momentan für seinen vierbeinigen Gefährten:

Anzahl der Hunde
im Haushalt
Hundesteuer je Hund
pro Jahr
Hundesteuer je Hund
pro Monat
1 Hund 108,00 € 9,00 €
2 Hunde 120,00 € 10,00 €
3 und mehr Hunde 132,00 € 11,00 €

•    Die Hundesteuersätze sind in Unna für alle Hunde gleich – unabhängig von der Größe des Vierbeiners.  Auf eine erhöhte Steuer für die allgemein „Kampfhunde“ genannte, „gefährlichen Hunde“ nach dem Landeshundegesetz verzichtet die Kreisstadt – sie setzt „auf die Vernunft und Einsicht“ ihrer  Hundehalter.

C.    Steuerermäßigungen nur in Ausnahmefällen:
•    Bei Aufnahme eines Fundhundes aus dem Tierheim in den Haushalt, gewährt die Kreisstadt Unna ab dem Aufnahmedatum 6 Monate lang Steuerfreiheit. Das Kreistierheim bestätigt bereits im entsprechenden Übergabevertrag mit der Angabe „Fundhund“ die Voraussetzungen für eine solche Steuerermäßigung. Aber auch in diesen Fällen sind die Hunde innerhalb von vierzehn Tagen, nachdem sie in den Haushalt aufgenommen wurden, bei der Steuerabteilung anzumelden.
•    Bei Hunden, die auf landwirtschaftlichen Anwesen, die mindestens 400 Meter vom nächsten Ortskern entfernt liegen, als Wachhunde gehalten werden, erfolgt eine Steuerermäßigung auf ein Viertel des Steuersatzes.
•    Bei Hunden, die zur Bewachung von Gebäuden, welche von dem nächsten bewohnten Gebäude mehr als 200 Meter entfernt liegen, erforderlich sind, wird auf Antrag der Steuersatz um die Hälfte ermäßigt. Gleiches gilt für Hunde, die als Melde-, Sanitäts- oder Schutzhunde verwendet werden und die dafür vorgesehene Prüfung vor Leistungsprüfern eines von der Kreisstadt Unna anerkannten Vereins oder Verbandes mit Erfolg abgelegt haben.
•    Eine Steuerbefreiung wird für Hunde gewährt, die nach entsprechender Ausbildung hochgradig behinderten Mitbürgerinnen und Mitbürgern den Alltag erleichtern.

Kommentare (15)

  • Helmut Brune

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    Es geht also nicht primär darum, was mit den Hunden ist, sondern daß die 440 000 Euro in die Staatskasse fließen. Für mich ist Hundesteuer immer schon eine zweifelhafte Sache gewesen. Wenn die Politik denn wirklich absahnen will, müßten sie auch so Schlau sein und den Namen Hundesteuer ab ändern in Haustiersteuer. Dann gäbe es eine Gleichheit zwischen Hunden, Katzen, Vögeln und was sonst noch an Haustieren da ist und könnte die Staatskasse so richtig absahnen.

    Aber allen Ernstes, was steht der Hundesteuer als Leistung der Obrigkeit gegenüber? Herzlich wenig, außer das hier und da ein paar Abfallbehälter aufgestellt wurden. Na ja, mich betriffts eh nicht, ich habe keine Haustiere.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Helmut Brune, die HundeSTEUER ist – wie jede Steuer – nicht zweckgebunden. D.h. die 400Tausend plus X darf die Stadt frei nach Gusto verwenden. Deshalb gibt es seit langem auch Proteste.

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      • Helmut Brune

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        Schon Deutlich, daß Steuern, in welcher Form auch immer, dazu benutzt werden, den Haushalt zu finanzieren. Die Frage ist nur: Warum gibt man den verschiedenen Steuern Namen, die uns glauben lassen, daß sie für einen bestimmten Zweck verwendet werden? Was die allgemeinen Steurn angeht, bin ich gespannt, welche Ideen unsere Politiker haben werden, wenn wir alle in einigen Jahren elektrischen Autos fahren und kein Benzin mehr tanken. Dann entfällt der Politik die Milchkuh des Staates.

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  • Katrin Resonnek via Facebook

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    Das so behindert die spinnen doch! Ganz erlich die sollen sich doch echt nen hobby suchen!

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  • Christina Felly via Facebook

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    So sinnlos Hundesteuer. .warum nicht auch noch Katuensteuern. .

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  • Jama To via Facebook

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    Da meisten ihrer Hunde Haufen vor Fremden Türen, in Fremden Garten, und überall liegen lassen, und was ist noch schlimmer die Tüten schmeißen, kann das Steuer nicht zu hoch sein! Steuern hoch und für dass Einnahmen Leute einstellen die das sauber machen!!!!!!!

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  • Sami BähmZz via Facebook

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    Anni Carstens da 😀

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  • Jama To via Facebook

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    Bis wir eine Elektro Auto uns leisten können!!! Die sind doppelt so teuer als normale Autos! Da ist das Steuer schon für die Dauer des Benutzung schon in Preisen drin! Und das Akku sind in drei Jahren schon kaputt! Die kosten richtig Geld!

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  • Andre Heyn via Facebook

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    Hundesteuern sind unnötig genau wie die rasseliste.
    Solln mal froh sein das hier nicht viele Straßenhunde leben wie in anderen Ländern.

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  • Sven

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    Ich zahle meine (dreist hohe) Hundesteuer. Jetzt schickt die Stadt „Fahnder“ von Haus zu Haus und stellt jeden Bürger unter Generalverdacht der Steuerhinterziehung?!
    Was fällt denen ein!? Wir sollen fein wählen gehen und danb der Stadt vertrauen aber umgekehrt werden wir dann so behandelt?
    Wenn die Stadt geld braucht sollen sie doch endlich die viel teure Lindenbrauerei dicht machen! Oder mal das Ordnungamt durch die grünanlagen schicken und jedem Hundehalter der den Dreck von seinem Hund nicht weg macht direlt nen 100 Euro Strafzettel verpassen. Es kotzt mich an als Hundehalter den Ruf zu haben das man das nicht tut.

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  • Karin Gärtner via Facebook

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    Warum muß die Steuer so hoch sein ,das ist nicht gerechtfertigt, es geht wieder mal nur um Euros. Diese erbärmliche Gier steht wieder mal im Vordergrund .Tiere geben Liebe ohne vorbehalt Menschen haben nur Erwachtungen.

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  • Jama To via Facebook

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    Tiere geben viel, aber keine beseitigt Hinterlassenschaften! Egal wo man tritt man tritt immer in Haufen! Deshalb sollte man Steuern erhöhen und Leute einstellen die das säubern! Und wenn man bedenkt wieviel Kraftstoff unsere Umwelt verpesten weil alle zu faul sind zu laufen! Erst holen Sie ein Hund weil Sie raus wollen ums sich zu bewegen, nach einer Woche geht man mit dem Auto Gassi!

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  • Martina Tsatsoulis via Facebook

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    Jetzt mal eine kurze Frage… Wofür wird der Ertrag der Hundesteuer eigentlich genutzt??? Ich weiß es echt nicht

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  • Helmut Brune

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    Es ist einfach eine willkommene Einnahme für die Gemeinden und davon nehmen sie nicht gerne Abstand. Aber was solls, der Steuerzahler muß ja sowieso Zahlen und oft doppelt. Wir verdienen Lohn und zahlen Lohn- oder Einkommenssteuer. Wir kaufen ein Auto und zahlen dafür Steuern. Die Nutzung des Auto’s kostet auch Steuern über die KFZ-Steuer. Das Benzin, was wir tanken ist ganz schwer versteuert. Das gilt auch für den Tabak, den wir rauchen und wenn wir alles schön bezahlt haben, kriegen wir als Bonus auch noch die Mehrwertsteuer obendrauf.

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