Rundblick-Unna » 2 Stunden im Wartezimmer trotz Termin: Was ist noch im Rahmen – wo ist es genug?

2 Stunden im Wartezimmer trotz Termin: Was ist noch im Rahmen – wo ist es genug?

Mit wachsendem Groll saß heute Morgen eine Patientin im Wartezimmer einer Allgemeinarztpraxis im Südkreis. Obgleich sie einen Termin hatte, verstrich Viertelstunde um Viertelstunde – am Ende summierte sich ihre Wartezeit auf über 2 Stunden.

Die 50 Jährige kochte vor Wut, bereut bereits den frischen Arztwechsel. „Ist leider normal heute“, winkten Facebookuser stoßseufzend ab, als sie ihrem Ärger im Netz Luft machte. Ist das tatsächlich so, sind Patienten machtlos? Wieviel Wartezeit ist noch im Rahmen und von Patienten hinzunehmen, ab wann können sie handeln und dann: wie?

Grundsätzlich gelten auch bei vereinbarten Terminen zwischen 15 und 30 Minuten im Wartezimmer als vertretbar. „Müssen Sie trotz Termins länger als 30 Minuten warten, sollte Sie eine Arzthelferin über den Grund der Verzögerung informieren“, weiß das Internetportal Gesundheit.de und empfiehlt dem Wartenden in diesem Fall auch offensives Nachfragen.

Als Faustregel gilt: Ist eine Arztpraxis gut organisiert, merkt man das unter anderem an meist kurzen Wartezeiten. Zu Engpässen kann es aber auch hier kommen, etwa in Gebieten mit schlechter Ärzteversorgung oder zu Stoßzeiten wie zur winterlichen Grippewelle. Häufig kommt es auch durch Notfälle durch Verzögerungen, die ein Arzt vorab nicht kalkulieren kann.

Was kann ein Patient tun, der öfter sehr lange bei seinem Arzt im Wartezimmer schmort?

1. Mit dem Arzt direkt über das Problem sprechen. Vielleicht gibt es akute Gründe, die für den Moment keine straffere Organisation der Praxis zulassen.

2. Im Wiederholungsfall: den Arzt wechseln. Das ist nicht immer möglich und auch oft nicht gewollt, wenn man ansonsten mit der medizinischen Versorgung in dieser Praxis zufrieden ist und sich bei dem Arzt gut aufgehoben fühlt.

3. Die Krankenkasse um Rat fragen, Beschwerde bei der Ärztekammer einlegen.

4. Im Extremfall:  auf Schadenersatz klagen. Aber um damit Erfolg zu haben, steht der Patient in Beweispflicht: Er muss nachweisen,  dass es in der betroffenen Praxis durch eine schlechte Organisation häufiger zu überlangen Wartezeiten kommt, und er muss einen nachweislichen Schaden darlegen können, der ihm durch die Stunden im Wartezimmer entstanden ist. (Beispiel: ein Selbstständiger kann einen Kundentermin nicht wahrnehmen und erleidet dadurch Verdienstausfall.)

Umgekehrt können aber auch Ärzte  Patienten auf Schadenersatz verklagen, wenn diese gravierend unpünktlich zum Termin erscheinen oder ohne Absage gar nicht kommen.

Zur Frage „dürfen Ärzte Privatpatienten bevorzugen“: Ja, das dürfen sie (und müssen es aus wirtschaftlicher Sicht auch oftmals), dennoch sollte das Procedere für alle Patienten nachvollziehbar und individuell noch erträglich sein. So ist es bekannt, dass Privatpatienten bei sehr vielen Ärzten (deutlich) schneller einen Termin bekommen als gesetzlich Versicherte. Wird jedoch der Private ohne Termin dem Kassenpatienten MIT Termin regelmäßig bei der Behandlung vorgezogen, sollte der benachteiligte gesetzlich Versicherte sich überlegen, ob dieser Arzt für ihn wirklich der Passende ist.

Mehr zum Thema: https://www.gesundheit.de/medizin/gesundheitssystem/gesundheitssystem-und-gesetze/das-sollten-patienten-wissen-warten-bis-der-arzt-kommt-wie-lange-ist-zumutbar

Kommentare (32)

  • Helmut Brune

    |

    Wenn die Wartezeit länger als eine halbe Stunde dauert, sollte die Sprechstundenhilfe die Patienten doch mal eben aufklären über den Grund der Verspätung. Dann können die Patienten beschließen ob sie weiter warten wollen oder sich einen neuen Termin geben lassen. 2 Stunden warten, ohne Erklärung ist nicht Zumutbar. Völlig Klar natürlich, daß Patienten auch die Disziplin aufbringen müssen, rechtzeitig zum Termin zu erscheinen.

    Antworten

  • Mike

    |

    Sowas ist ärgernlich, aber mehr als arbeiten kann ein Arzt auch nicht. In der Organisation der Zeiten werden pro Patient pauschal x Minuten eingeplant, kommen nun an einem Tag 2-3 Patienten die grössere Probleme oder Diagnosen brauchen haben dauert es eben zeitlich deutlich länger, dazu kommen dann evtl. noch Notfälle, gerade nach einem langen Wochenende wie heute, und nicht vergessen, Aufregen ist ungesund.

    Antworten

    • Ulla Radmacher via Facebook

      |

      Wenn ich um 10 Uhr ein Termin habe und um 12 Uhr noch nicht dran frage nach bekomme die Antwort sie sind gleich dran und warte noch 1 Stunde das ist eine Zumutung die anderen Patienten haben auch schon so lange gewartet habe mir einen anderen Arzt genommen Wartezeit höchstens 20 min. Muss regelmäßig zum HNO da habe ich fast keine Wartezeit da ist eine super Organisation . Auch in Lünen 10 Uhr Termin 10/15 bin ich dran .,.. Ich bin der Meinung das liegt nur an den Damen vorne an der Anmeldung die müssen das besser organisieren nicht 8 Patienten für 10 Uhr bestellen . Ich bin jetzt mit meinen Ärzten sehr zufrieden

      Antworten

  • Tim Mlo via Facebook

    |

    Beispiel hno Arzt : spontan aufgrund eines Problems angemeldet 6 Stunden Wartezeit für 2 Minuten Behandlung – war bei den anderen nicht anders die keinen Termin hatten. Also einfach warten oder gehen dann ist das Problem ja nicht so schlimm . Ich Handhabe es do. das ich versuche 10 Minuten vor praxisöffnung vor Ort zu sein so hab ich den meisten Erfolg erzielt wobei HNO-Arzt bisher echt die Ausnahme dargestellt hat. Sonst warte ich idr 30-50 Minuten ohne Termin.

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Danke, Tim Mlo! 6 Stunden für 2 Minuten?! Das wirkt rekordverdächtig!

      Antworten

    • Tim Mlo via Facebook

      |

      Das hat im Schnitt bei jedem der da rein kam etwa 5 Minuten gedauert aber seis drum. Wenn ich zum Arzt geh und krank bin hab ich den Tag ja eh nichts mehr vor

      Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      :-) Diese Einstellung ist sehr entspannt und irgendwie ja auch treffend. Allerdings – wenn man leidet und sich nur sehnlichst ins Bett wünscht, werden Minuten zur Qual…

      Antworten

    • Claudia Steinhoff via Facebook

      |

      bei unserem Hausarzt sitzt man auch oft sehr lange trotz Termin … aber ich nehme es zähneknirschend hin … weil der Arzt sich für seine Patienten bei Bedarf auch zeit nimmt … sehr gut erklärt und berät …

      Antworten

      • Iris

        |

        Ja, ich bei meinem auch. Aber wie angegeben,er schmeisst mich nicht nach 5 Minuten raus sondern behandelt und spricht solange wie nötig.Da muss man halt Kompromisse machen oder wechseln

        Antworten

    • Tim Mlo via Facebook

      |

      Ja sollte eigentlich auch so sein aber wenn man bedenkt das er knappe 30,-€ (laut eigener Aussage) daran verdient dann ist das echt schon knapp bemessen. Dann muss man es halt über die Menge machen

      Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Ja Claudia Steinhoff, man muss eben individuell abwägen, ob der Arzt aus persönlicher Sicht das Warten lohnt.

      Antworten

    • Tim Mlo via Facebook

      |

      Ja da muss man dann durch oder ins Krankenhaus und da wartet man auch

      Antworten

    • Ulla Radmacher via Facebook

      |

      Hauch warte bei meinen Arzt nicht länger als 15-20 Minuten beim HNO 15 Minute

      Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      … oft noch länger.

      Antworten

    • Ulla Radmacher via Facebook

      |

      Bei meinem ersten Arzt habe ich fast 3 Stunden gewartet dann Gewechselt ( den Arzt )

      Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Ulla Radmacher , du bist gesetzlich versichert? Nur interessehalber!

      Antworten

    • Silke Krüger via Facebook

      |

      als Privatpatient wird man echt verwöhnt und hofiert, aber schlechte Erfahrungen gibt es auch da wenn man sich nicht dagegen wehrt, wenn ich z. B. Mit 36 Stunden alten Blutwerten von einem Arzt zum anderen ging gab es Ärger ich sah nicht ein noch mal 1000euro an kosten zu verursachen , erlebt in Dortmund er sollte nur Schilddrüsenultraschall machen, ich war drauf und dran die Praxis wieder zu verlassen so ungehalten wurde die Diskussion weil ich mich weigerte noch mal Blut abnehmen zu lassen, für nochmal die selben Blutwerte habe die Private nicht wahllos aus genutzt wie es viele Ärzte gewünscht hätten, mit doppeluntersuchungen oder Untersuchungen die ich einfach nicht wollte, wenn ich mich 1xim Jahr bei guter Gesundheit komplett durch checken lasse dann reicht es , wenn nichts vorliegt brauch ich nicht alle 3 Monate ein Belastungs ekg oder sowas, dir wird da versucht mehr zu verkaufen als ein Mensch braucht und lässt du dich nicht drauf ein wird der Arzt sauer, erlebt beim Augenoptiker in Menden der aus einem Sehtest für den LKW mit 100 Euro mir am liebsten Untersuchungen für 1000 Euro verkauft hätte dieses das und jenes, was ich für überflüssig hielt weil ich 3 Monate vorher erst da war für eine neue Brille. Beides ist nicht einfach, der eine bekommt es nicht oder muss lange drauf warten , der andere im Überfluss was er gar nicht will und nur Geldschneiderei ist in meinen Augen mag ja jeder anders Denken und über vorsichtig sein. Ich bin es nicht und denke alles kostet Geld und kommt wieder zurück und wenn es Beitragserhöhungen sind. Ich war damit nicht gerade eine gute Private in den Augen von manchen Ärzten. In 10 Jahren Privatversicherung habe ich im Schnitt 2000 Euro an Kosten verursacht im Jahr und gezahlt habe ich im Schnitt monatlich 300 Euro plus 600 Euro Selbstbeteiligung pro Jahr. Darin war 1x Frauenarzt im Jahr und 1 x grosscheck plus meine Schilddrüsenmedikamente und hier und da mal eine Erkältung hab alles auf gehoben. Bin gesund soweit. Ich finde diese Rechnungen sehr gut um die Kosten nach voll ziehen zu können das sollten die gesetzlichen Kassen auch ein führen.

      Antworten

    • Ulla Radmacher via Facebook

      |

      Ja ich bin in der gesetzlichen Krankenversicherung

      Antworten

  • Silke Krüger via Facebook

    |

    Als Patient ist man doch völlig in den Arsch gekniffen wenn man einen Termin zwar hat und dazu hat sich die Grippe noch gesellt, was hilft beschweren? Was hilft das weg gehen wenn man Medikamente braucht, Fakt ist der Patient ist am im Arsch da helfen die ganzen Beschwerden nichts die Medikamente gibt es ja nur auf Rezept. An sich kenne ich es zu mindestens das Patienten mit Termin denen ohne vorgezogen werden, wozu brauche ich sonst einen Termin.Wenn ich früher ohne Termin zu meinem Arzt gegangen bin hat er mich an der Rezeption drauf hin gewiesen das es dauert oder gleich gesagt soll in einer Stunde wieder kommen usw es gibt schon Möglichkeiten es dem Patienten mit zu teilen, rufe auch oftmals vorher an wenn sich Plötzliche Krankheit einstellt und mein früher Hausarzt sagte mir dann am Telefon wann die beste Zeit ist, auch das klappte fast immer. Aber 2 Stunden mit Termin warten, geht gar nicht :-(

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Silke Krüger, wir verstehen deinen Ärger, aber könntest du bitte Schimpfwörter mit Sternchen selbstzensieren? Danke. :-)

      Antworten

    • Ulla Radmacher via Facebook

      |

      Mein früherer Arzt war super wäre 19 Jahre da aber auch die letzte Zeit wirklich 3 Stunden gewartet da wird man sauer und die Sprechstundenhilfe die er neu hat Kaninchen nicht leiden sie tut als sei sie der Chef

      Antworten

  • Heiko Blitz via Facebook

    |

    in meiner Jugend habe ich mal 3 Stunden im Wartezimmer meines damaligen Hausarztes gesessen… heute würde ich wesentlich früher aufstehen, die Klappe aufmachen und gehen…. egal ob mir ein Schaden entsteht oder nicht, die verschwendete Lebenszeit kann mir keiner mehr zurückgeben….. es gibt Ärzte, da werden Termine tatsächlich auf die Minute genau eingehalten, für Kassen- wie für Privatpatienten. Ne Stunde kann ja aus verschiedensten Gründen immer mal passieren. Aber 2 oder 3 Stunden sicher ohne mich!

    Antworten

  • Martina Tsatsoulis via Facebook

    |

    Warten, gerade bei Fachärzten wie Orthopäden, ist leider oft der Standart!
    Mit Termin 2 Std. und länger! Eine Wahl, also einen Arzt mit kürzeren Wartezeiten, hat man bzw. findet man schwer!
    Gerade wenn man berufstätig ist bekommt dann der Satz: Im Falle des Falles kommen sie ,mal eben zum einrenken‘ vorbei, eine andere Bedeutung! Mit Termin 2 Std. warten… Mal eben…
    Da freut der Chef sich!
    Beim meinem Hausarzt kenne ich das allerdings nicht! Selbst ohne Termin nicht!

    Antworten

  • Greta Berger via Facebook

    |

    Bei guten Fachärzten (Orthopäden, Lungenfacharzt etc.) wartet man oft Wochen/Monate auf einen Termin und dann kommt man hin und wartet wieder ne Ewigkeit!
    Oder es werden gar keine Termine vergeben und man wird aufgefordert morgens zur freien (1stündigen) Sprechstunde zu kommen, kommt man 1/2 Stunde vor Öffnung hin, ist man Nr.30 in der Schlange ohne Termin! Die Wartezeit kann man sich dann ausrechnen für terminierte Patienten und ohne Termin!

    Antworten

  • Iris

    |

    Ja ich bekomme auch z.B. Termin beim Rheumatologen beim Besuch für ein halbes Jahr im voraus….Das ist schon 10 Jahre so.

    Antworten

  • Ildi-Bildi Segesdy via Facebook

    |

    …das gleiche! Terminvergabe zum Facharzt halbes Jahr! Privat natürlich sofort! Es hat sich nichts verändert! :(

    Antworten

  • Marija Borghardt via Facebook

    |

    Fast gängige Praxis! Ich hole mir gar keine Termin mehr! Warten muss ich je! Und ich brauche mich nicht zu fürchten das ich evtl zu Kasse gebeten werde falls ich mal Termin sausen lasse!

    Antworten

  • Andrea Küster via Facebook

    |

    bei meinem Hausarzt ist es immer voll, trotz Termin muß man warten, habe auch schon mal länger wie 2 Stunden gewartet…….

    Antworten

  • Sandra Sternchen via Facebook

    |

    ca. 2 Monate hat es gedauert bis meine Tochter einen Rheumatologen gefunden hat, der noch Patienten annimmt und ein weiterer Monat bis sie die Praxis telefonisch erreichen konnte wegen einem Termin. Der Fall ist akut und sehr schmerzhaft. Jetzt hat sie einen Termin für August…die Hausärztin wollte mit dem Kollegen reden ob da nicht schneller was zu machen ist, aber leider erreicht sie ihn telefonisch nicht!

    Antworten

  • Günter Schleich via Facebook

    |

    ich wartete auch schon mal 2 Stunden und zum Schluss ganz allein und bin dabei noch vergessen worden wenn nicht freundlicherweise eine Arzthelferin mal nachgeschaut hätte….und ich bin PKV versichert 😀

    Antworten

Kommentieren