Rundblick-Unna » 16Jähriger wegen vierfacher Brandstiftung in Fröndenberg festgenommen – Einweisung in Psychiatrie

16Jähriger wegen vierfacher Brandstiftung in Fröndenberg festgenommen – Einweisung in Psychiatrie

Nach zweifacher Brandstiftung gestern in Fröndenberg hat die Polizei am Abend einen 16Jährigen festgenommen – dieser ist dringend verdächtig, neben den gestrigen beiden Bränden (in einem Altenheim und einem Fitnesscenter) bereits am 2. Mai zweimal Feuer gelegt zu haben: In einem Fall ebenfalls im Seniorenheim Haus Hubertia, kurz danach an einem Mehrfamilienhaus in der Innenstadt (wir berichteten).

Gestern setzte der Jugendliche, so die Ermittlungen, zunächst wieder im Haus Hubertia einen Papierkorb in Brand und zündete danach im Fitensscenter über dem Edeka-Markt am Harthaer Platz (Allee/Hirschberg) eine Schaufensterpuppe an. Das komplette Studio musste evakuiert werden.

Der dringend Tatverdächtige wurde dank zielführender Zeugenhinweise noch am Abend gefunden und festgenommen. Er ist psychisch nicht gesund. Daher wurde er nach einer neurologischen Untersuchung in die Psychiatrie überwiesen.

Den ersten  Großeinsatz hatte die Fröndenberger Wehr gegen 17 Uhr: Feueralarm im Haus Hubertia (Schmallenbachhaus) . Zum zweiten Mal in diesem Monat brannte im Seniorenheim zentral im Stadtzentrum ein Papierkorb in der Toilette im Erdgeschoss.

Beim Eintreffen der Feuerwehr hatte sich bereits dicker Qualm in der Etage ausgebreitet. Da sowohl das Pflegepersonal wie auch die Feuerwehr rasch und besonnen eingriffen, konnte verhindert werden, dass Menschen verletzt wurden. „Vorsätzliche Brandstiftung war offensichtlich“, erklärt die Polizei.

Nur anderthalb Stunden später erneuter Feueralarm in der Ruhrstadt: Dieses Mal rückte die Wehr mit Blaulicht zum Edeka-Center an der Alleestraße/Hirschberg aus, das im Obergeschoss ein Fitnesscenter beherbergt. Dort hatte jemand eine lebensgroße Schaufensterpuppe in Brand gesetzt.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung im Treppenhaus musste eilig die komplette obere Etage geräumt werden. Auch hier kamen – glücklicherweise – keine Personen zu Schaden.

Ermittlungen der Polizei im Altenheim und am Einkaufscenter sowie die Befragung weiterer Zeugen führten zu schnellem Erfolg: In unmittelbarer Nähe beider Brandorte war – während der Entstehung der Brände – ein und dieselbe männliche Person gesehen worden. „Die Beweislage war eindeutig“, stellt die Polizei fest. Unverzügliche Fahndungsmaßnahmen führten schließlich zur Festnahme eines dringend tatverdächtigen 16-jährigen Fröndenbergers. Der Jugendliche hatte sich in einem Gartengrundstück an der Ruhrstraße versteckt.

Nach Hinzuziehung des zuständigen Ordnungsamtes und nach neurologischer Untersuchung in einem Krankenhaus wurde eine Unterbringung des jungen Mannes in eine psychiatrische Einrichtung veranlasst.

Bei den beiden früheren Brandstiftungen am Samstag, 2. Mai, war der Jugendliche identisch vorgegangen. Er zündete einen Papierkorb in der Besuchertoilette des Schmallenbachhauses an. Starker Qualm entwickelte sich, wie gestern konnte die Wehr dank schneller Reaktion Schlimmes verhüten. Keine Menschen wurden verletzt – im Haus Hubertia leben ca. 100 Bewohner -, der Sachschaden bewegte sich mit 500 Euro im geringfügigen Bereich. Keine zwei Stunden später sausten dann erneut Feuerwehrautos mit Blaulicht in die Innenstadt: Um 17:15 Uhr schlugen in einer Garage unter einem Mehrfamilienhaus in der Straße “Im Stift” plötzlich Flammen aus zwei Mülltonnen. Da aufmerksame Zeugen den Brand schnell entdeckten und unverzüglich die Wehr alarmierten, konnten  die Löschtrupps auch diesen Brand rasch im Keim ersticken, bevor er Schlimmeres auslöste. Gebäudeschäden an Wand- und Deckenputz wurden allerdings angerichtet, die Schadenshöhe bewegte sich um 3.300 Euro.

Dank der guten Zeugenbeobachtungen sowie Videoaufnahmen konnte an jenem Wochenende schnell ein 16-jähriger Fröndenberger als Tatverdächtiger ermittelt und vorläufig festgenommen werden. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Dortmund wurde er zwischenzeitlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Gestern schlug er nun wieder zu – Polizeisprecher Ralf Hammerl bestätigte heute Vormittag auf Anfrage unserer Redaktion explizit: „Ja, es ist derselbe Jugendliche.“

Kommentare (2)

  • Helmut Brune

    |

    Es wäre für den Jungen selbst ja auch das Beste, wenn er in psychische Behandlung kommt. Positiv ist ja, daß keine Menschen zu Schaden kamen.

    Antworten

Kommentieren