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200 000 € für Brauerei – 95 000 € für Lichtkunst

Auch die Discos in der Lindenbrauerei sind damit vorerst gerettet. Foto: Tobias Kestin

Auch die Discos in der Lindenbrauerei sind damit vorerst gerettet. Foto: Tobias Kestin

60 000 Euro sofort und weitere 140 000 Euro bis zum Jahresende: Unnas akut existenzbedrohtes Kulturzentrum Lindenbrauerei hat am Montagabend die dringend nötige Überlebenshilfe der Stadt erhalten. In einer Sondersitzung von Rat und Kulturausschuss spannten die Vertreter von SPD, GAL und CDU den Rettungsschirm auf: Die traditionsreiche Kulturstätte mit jährlich 1,3 Millionen Umsatz wäre ohne die Aussicht auf diese Überlebens-Finanzspritze „noch am Mittwoch vor dem Stadtfest Konkurs gegangen“, bilanziert SPD-Fraktionschef Michael Hoffmann, der als Vorsitzender des Kulturausschusses am Abend eindringlich um Zustimmung der Parteien warb.

60 000 Euro „gleich hier und jetzt“

Die 60 000 Euro „gleich hier und jetzt“ werden zum Ausgleich des Dispos benötigt, mit weiteren 140 000 Euro hilft die Stadt dem Kulturzentrum, bis zum Jahresende liquide zu bleiben. Gehälter müssen bezahlt werden – bzw. sie müssen endlich wieder bezahlt werden -, Warenkosten sind zu bestreiten und Betriebskosten zu decken.

Rücktritt von Regina Ranft gefordert

„Nur so“, betont Hoffmann, „kann der Betrieb bis zur letzten Kulturausschusssitzung am 16. Dezember weiterlaufen.“ Diese nämlich ist der für Hoffmann entscheidende Termin: „Wir beschließen dann über eine vollständige Neukonzeption.“ Denn so wie bisher könne und werde es nicht weiterlaufen: Unnas Kulturzentrum, das zu den zehn größten in Deutschland zählt, müsse eine tragfähige, solide Struktur bekommen, um dauerhaft (wieder) auf eigenen Beinen zu stehen. 34 Ja-Stimmen dafür (mit der kompletten SPD), während von der Gegenseite unter anderem der „Kopf“ von Kulturzentrumschefin Regina Ranft gefordert wurde.

Kompromiss bei der Lichtkunst

Kompromiss hingegen in puncto Lichtkunst: Statt 175 000 Euro gibt es „nur“ 95 000 Euro Finanzhilfe von der Stadt, für die verbleibenden 80 000 Euro soll der Förderverein weiter mit Hochdruck nach Förderern und Sponsoren suchen. „Mit diesem Kompromiss“, sagt Michael Hoffmann für seine SPD, die die volle Summe gefordert hatte, „können wir leben.“

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