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100 000€ für Ratssaalstühle eingefroren – Wieso nicht mal über Kissen oder Sitzbälle nachdenken?

Die strittigen 100 000 Euro für neue Stühle im Ratssaal und den Besprechungsräumen (Rundblick berichtete) hat der Stadtrat bei der Verabschiedung des Haushalts am Donnerstag zunächst eingefroren.

Stuhl im Ratssaal

Zerschlissen: 25 Jahre alter Stuhl im Ratssaal.

„Der Kompromiss, über eine Aufpolsterung nachzudenken, zeigt die Sparbemühungen des Rates“, fasste Gerhard Heckmann (CDU) die Überzeugung seiner Fraktion zusammen. Diese deckt sich mit der Ansicht der SPD, Freien Wählern (FW/FLU) und FDP.

Die Bündnisgrünen und mit ihnen die Linkspartei hatten vergeblich versucht, die nach ihrer Ansicht völlig unzeitgemäße Investion (die Stadt befindet sich in der Haushaltssicherung) zunächst komplett zu eliminieren.

Unter unseren Lesern wurde die Stuhlfrage nach der Erstberichterstattung vorige Woche mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit, Zorn und Spott diskutiert, doch es kamen zugleich durchaus überlegenswerter Ratschläge. So empfahl eine Leserin den Ratsvertretern mit Rückenproblenen, sich Stuhlkissen mitzubringen, am besten orthopädische.

Eine andere schlug Sitzbälle vor: Diese sind – jenseits jedweder Ironie – in deutschen Büros durchaus schon gesichtet worden und dienen nachweislich rückenschonendem Sitzen.

Sitzball

Deutschlands größte gesetzliche Krankenkasse bietet das bandscheibenfreundliche Sitzmöbel für unter 15 Euro pro Stück an. Damit würde die Gesamtanschaffung für den Ratssaal inklusive diverser Ersatzbälle und einer oder zwei Luftpumpen für deutlich unter 500 Euro machbar sein. Diese Investition wäre vermutlich auch mit den Grünen durchzubringen. Zumal die besagte Krankenkasse den Sitzball in der Farbe der Kasse anbietet: grün…

Genau daran würde aber vermutlich wieder neuerlich eine Ratsmehrheit scheitern…

 

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