Rundblick-Unna » 1 Pirat, 3 Anträge: „Mängelmelder“, farbige Rathausstufen, sicherer DRK-Behindertenfahrtdienst

1 Pirat, 3 Anträge: „Mängelmelder“, farbige Rathausstufen, sicherer DRK-Behindertenfahrtdienst

Ein Pirat im Rat der Kreisstadt Unna“ schreibt Christoph Tetzner seit heute neu über seine Anträge an den Rat. Jawohl, er hat direkt 24 Stunden nach dem Platzen seiner Fraktion gleich drei neue Anträge formuliert. „Die Arbeit muss weitergehen“, zeigte sich Tetzner am Dienstagnachmittag kämpferisch.

Christoph_Tetzner

Fraktionslos, aber nicht antriebslos: Christoph Tetzner.

Antrag 1: Stufen im Rathaus – Grau in Grau, Problem für Behinderte.

„Für behinderte Menschen im Rollstuhl wie auch für Sehbehinderte sind die Stufen im ,Aufgang B´ kaum auszumachen“, kritisiert Tetzner, „da hier Grau in Grau übergeht. Für Rollstuhlfahrer kommt dabei erschwerend die Sitzposition und der schlechtere Blickwinkel auf die Stufen hinzu.“ Der Pirat schlägt farbliche Abgrenzung oder Metallleisten an den Stufen vor. Am besten solche mit Neoneinfassung, die im Dunkeln leuchten.“

Antrag 2: Öffentlicher Mängelmelder für kaputte Gehwege, Laternen und Co.

Mit einem öffentlichen „Mängelmelder“ könnten die Bürger zügig Mängel melden, regt Tetzner an – sei es, ob irgendwo ein Loch im Gehweg klafft oder eine Laterne kaputt ist. „Der Bürger verbindet seine Angaben in aller Regel verbindlich mit einer Ortsangabe“, heißt es im Antrag. Der Dienstanbieter – im Falle der Laternen also z. B die Stadtwerke – kümmert sich um das Anliegen und informiert öffentlich über den Mängelmelder Rückmeldung, wann der Schaden behoben wird. „Entscheidend ist die Öffentlichkeit des Vorgangs und damit die Transparenz“, erklärt Christoph Tetzner den Unterschied zu privatwirtschaftlichen Kundendiensten. Vorteil für z. B. die Stadt: weniger Kontrollfahrten, da ja die Bürger die Kontrolle übernehmen.

Antrag 3: Probleme mit dem DKR-Transport für Behinderte im Südkreis abschalten.

Mit dem Transport für Behinderte, den das DRK für den Südkreis organisiert, gibt es laut Tetzner Probleme. „Unser stellv. beratendes Mitglied im Behindertenbeirat hat über Wochen versucht, Fahrten über den Fahrtdienst zu organisieren. Erfolglos! Entweder wurden Fahrten zugesagt und dann nicht durchgeführt, oder es ging niemand an da Telefon. Obwohl die Rahmenbedingungen gemäß Vertrag erfüllt waren und der DRK diese Fahrten hätte durchführen müssen.“

Zudem hätten Hartz IV-Empfänger offenbar Probleme, ihre gesetzlich vorgesehenen 400 Freikilometer durchzusetzen: „Es werden Ausreden gesucht, um diese Fahrten abzulehnen. Man übernimmt lieber Fahrten, bei denen keine Freikilometer anfallen. Dies ist im höchsten Maße sozial ungerecht.“  Menschen mit Behinderung würden an die Stadt gebunden und können auch nicht so einfach aus Unna weg, da der ungenügend barrierefreie Bahnhof Grenzen setze.

 

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